Bundesverband WindEnergie (BWE)

In den Anfängen war die Erzeugung von Strom aus Wind ein echtes Abenteuer. Nur wenige Anlagen standen in Deutschland, ihre Technik war selten ausgereift und die Einspeisung und Vergütung rechtlich kaum geklärt. Heute ist die Windenergie fester Bestandteil der Energieversorgung. Sie ist die erfolgreichste unter den „Erneuerbaren" und leistet bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zu Klimaschutz und Schonung der Ressourcen.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat diese Entwicklung von Beginn an begleitet und mitgestaltet. Auf dem Weg zu einer dezentralen, regenerativen Energieversorgung setzt er sich seit seiner Gründung für einen landschaftsschonenden und sozialverträglichen Ausbau der Windenergie ein. Mit derzeit rund 19.000 Mitgliedern ist der BWE weltweit der größte Verband im Bereich der erneuerbaren Energien. (www.wind-energie.de/)

Der BWE Baden-Württemberg hat rund 1.500 Mitglieder, die sich auf vier Regionalverbände (Nordbaden = RP Karlsruhe; Südbaden = RP Freiburg; Nordwürttemberg = RP Stuttgart; Südwürttemberg = RP Tübingen) verteilen, und ein BWE-Landesbüro als zentrale Anlaufstelle . Landesvorsitzender des BWE Baden-Württemberg ist Dr. Walter Witzel.

Adresse des BWE-Landesbüros:

Gerberau 5, 79098 Freiburg
Tel. 0761-89 62 90 55
bw@bwe-regional.de
www.wind-energie.de

Hier finden Sie die Ansprechpartner in den Regionen.




Baden-Württemberg ist Wind-Land

Die Nutzung der Windenergie hat eine lange Tradition in Baden-Württemberg. Das erste deutsche Windtestfeld entstand in den 50er Jahren in Schnittlingen auf der Schwäbischen Alb und wurde von Prof. Dr. Ulrich Hütter von der Universität Stuttgart betreut. Eines der von Hütter entworfenen Windräder erzeugte Windstrom auf dem Feldberg, dem höchsten Berg im Ländle. Ohne die Grundlagenforschung der Uni Stuttgart und Anwendungserfahrungen aus dieser Zeit wäre der Boom der Windenergie in den 80er Jahren undenkbar. Heute gibt es wieder einen Lehrstuhl für Windenergie an der Uni Stuttgart, der von Karl Schlecht gestiftet wurde. (www.uni-stuttgart.de/windenergie)

Heute (Ende 2010) erzeugen in Baden-Württemberg 368 Windräder mit 467 MW installierter Leistung Windstrom und nutzen nur einen winzigen Anteil des großen Windpotential des Landes. Der restriktive Kurs der Landesregierung hat dafür gesorgt, dass das Land bei der Windkraftnutzung bundesweit (unter den Flächenländern) den letzten Platz einnimmt. Dabei herrschen in den Gipfelregionen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alp Windverhältnisse wie an der Küste.

Im Juli 2009 hat die CDu-FDP-geführte Landesregierung das Energiekonzept 2020 verabschiedet. Darin setzte sie sich u.a. als Ziel, die Stromerzeugung aus Windenergie von 0,31 TWh/a (2005) auf 1,2 TWh/a im Jahr 2020 zu erhöhen. Zusätzlich erkennt die Landesregierung an, "dass ein Bekenntnis zur Windkraft die Bekenntnis zu ihrer optischen Wahrnehmung in der Landschaft einschließt." Aus Sicht des BWE war das ein wenig ambitioniertes Ziel.

Am 27.3.2011 wurde ein neuer Landtag gewählt. Die neue grün-rote Landesregierung setzt sich für den Ausbau der Windenergie ein deutlich anspruchsvolleres Ziel. In der Koalitionsvereinbarung heißt es dazu:

„Wir werden die von früheren Landesregierungen betriebene Blockade beim Ausbau der Windenergie beenden. Stattdessen werden wir der Windkraft im Land den Weg bahnen. Wir wollen bis 2020 mindestens 10 Prozent unseres Stroms aus heimischer Windkraft decken. Wir werden zu diesem Zweck das Landesplanungsgesetz ändern und potenziellen Investoren klare Perspektiven geben.“

Der BWE gegrüßt diese Zielsetzung und wird die Landesregierung bei der Umsetzung dieser Ziele unterstützen.

Die baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbauer sowie die Zulieferindustrie hingegen profitierten kräftig vom weltweiten Boom der Windkraftnutzung mit ihrem massiv gewachsenen Exportanteil von über 70%. Enercon, der größte deutsche Hersteller, hat über 200 baden-württembergische Zulieferer, darunter u.a. die Firmen Liebherr und Lapp-Kabel. Voith Turbo baut innovative Getriebe für andere Hersteller. Kugellager, Drehkränze, Kabel, aber auch Mobilkräne für den Aufbau der Rotoren werden in Baden-Württemberg hergestellt.